Ganztagesklassen

  • Nachdem gebundene Ganztagesklassen auch für Grundschulen in Bayern eingeführt worden waren, stellten wir im Jahr 2007 sofort den Antrag auf Einführung an unserer Martinschule.

    Bereits zum Schuljahr 2007/08 konnten wir mit einer 1. Klasse im „Ganztagsbetrieb“ beginnen.

    Unterrichtszeiten:

    Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr –  15.30 Uhr

    Freitag von 8.00 Uhr -13 Uhr

    Grundlegendes:

     Bei Anmeldung für eine Ganztagesklasse ist der Besuch für ein Schuljahr verpflichtend. Für die Aufnahme in eine solche Klasse besteht kein Rechtsanspruch.

    Die Anmeldung erfolgt im Sekretariat.

     Mittagessen:

     Zum Konzept der gebundenen Ganztagesklassen gehört die Einnahme des gemeinsamen Mittagessens.

     Im Oktober 2008 konnten wir unsere neue Küche mit Speisesaal in Betrieb nehmen.

    Die Stadt Forchheim ließ es sich ca. 130.000,- € kosten, um diese neuen Räume an unserer Schule ohne staatliche Fördermittel vorbildlich einzurichten.

     Freizeit:

    Nach dem Mittagessen haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich unter Aufsicht zu entspannen, zu erholen oder auch an sportlichen Aktivitäten und Spielen zu beteiligen.

     Hausaufgaben:

     An den Tagen, an denen die Kinder den ganzen Tag in der Schule verbringen, gibt es in der Regel keine schriftlichen Hausaufgaben.

    Auf mündliche Hausaufgaben kann jedoch nicht verzichtet werden.

     

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     Qualität von Unterricht und Erziehung

     „Aktuell liefern sowohl sozialwissenschaftliche Gegenwartsanalysen zum gesellschaftlichen Wandel und dessen Folgen als auch die Schulpädagogik hinreichende Begründungen für eine zeitlich erweiterte Schulzeit und den dringenden Ausbau von schulischen Ganztagsformen über den Stundenplan hinaus:

     Gewandelte Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen

    1. Wandel der Bildungsanforderungen
    2. Qualitätsverbesserung durch höhere Förderungsintensität und innovative Lernkultur“

    (aus „Analyse beispielhafter Schulkonzepte von Schulen in Ganztagsform“, IFS Dortmund 2003)

     Wenn wir realistisch über Schulreformen nachdenken, geht es nicht um eine radikale Aufstockung der Ressourcen. Es geht vielmehr darum, die vorhandenen Mittel effizienter und durchdachter einzusetzen und Blockaden in den Köpfen zu durchbrechen.

    „Vorschulische Einrichtungen und Grundschulen sind bevorzugt zu fördern, da die ersten Lernschritte im Leben eines Menschen die wichtigsten sind. Dies hat eine Umkehrung der bisherigen Prioritäten in unseren deutschen Bildungssystemen zur Folge.“

    (Rudolf Meraner, Direktor des Pädagogischen Instituts Bozen)

     Eine Schule, die eine individuelle Förderung für jeden Schüler konsequent umsetzen will, muss sich lösen von den Vorstellungen vorgeprägter Schulkarrieren und homogener Lerngruppen.

    Das in Deutschland dominierende Dogma vom homogenen Klassenverband als zwingende Voraussetzung für gute Lernleistungen muss fallen gelassen werden. Jedes Kind ist mit seinen Begabungen und Fähigkeiten einzigartig. Wir müssen die jeweiligen Stärken fördern und Schwächen ausgleichen.

     Eine Strategie des Förderns setzt ein flexibles Bildungssystem voraus.

    Die Flexibilität kann sich jedoch nicht nur auf die einzelne Schule beschränken, sondern schließt eine Reform der starren Strukturen deutscher Schulsysteme ein. Diese Systeme müssen fördernd statt selektiv ausgerichtet sein.

     Die Bertelsmann Stiftung setzt  in ihrer Zusammenfassung „Wir brauchen eine andere Schule!“ folgende Schwerpunkte bei der Entwicklung unseres Schulsystems:

    • Frühes Lernen fördern – vorschulische Bildung gewährleisten
    • Individuelle Förderung im Unterricht – das Lernen verbessern
    • Bildung regional vernetzen – Lernen unterstützen
    • Verantwortung delegieren – Qualität sichern
    • Auf die Lehrer kommt es an – Lehrerbildung neu denken

     „Schule heißt aber auch Muße. Lernen dürfen muss wieder als Privileg begriffen werden. Der Lernimpuls kann nur vom Schüler ausgehen. Lehrer müssen das begreifen und wieder zum Forscher (in unseren Kindern) werden. Schulen werden in ihrer Arbeit umso erfolgreicher sein, je stärker sie pädagogisch gedacht werden. Dafür brauchen unsere Schulen ein klares Ziel.“ (Prof. Dr. Winfried Palmowski)

     Unter unserer Ganztagsschule (Ganztagsklasse) verstehen wir,

    • dass ein durchgehend strukturierter Aufenthalt in der Schule an mindestens vier Wochentagen von täglich mindestens 7 Zeitstunden für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist und
    • dass die vormittäglichen und nachmittäglichen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler in einem konzeptionellen Zusammenhang stehen.

    Der Pflichtunterricht wird auf Vormittag und Nachmittag verteilt. Über den ganzen Tag hinweg wechseln Unterrichtsstunden mit Übungs- und Studierzeiten und sportlichen, musischen oder künstlerisch orientierten Fördermaßnahmen. Selbstverständlich werden auch Freizeitaktivitäten angeboten.

    Wir wollen zusätzliche unterrichtliche Angebote und Fördermaßnahmen einrichten:

    • mehr Unterrichtsstunden z. B. in Deutsch, Mathematik, Englisch
    • Unterrichtsstunden für kulturelles Lernen
    • spezielles Sozial- und Kommunikationstraining
    • mehr Lernzeit für vernachlässigte Schülerinnen und Schüler mit hohen Lerndefiziten
    • Hausaufgabenhilfen
    • Im Zentrum unserer täglichen Erziehungsarbeit steht der Unterricht. Lehrerin und Lehrer sein bedeutet jedoch hauptsächlich erziehen. Das Schulleben wird geprägt von einer tief verwurzelten Verbundenheit zu Eltern, Team, Gemeinde, Land, Staat und Menschlichkeit.

     Durch eine breite Methodenvielfalt und unterschiedlichste Lernformen versuchen wir dem Individuum Kind möglichst gerecht zu werden.

    Basiswissen und Schlüsselkompetenzen sind Bestandteil dieser Erziehung und nicht ausschließlicher Inhalt schulischer Arbeit.

    In unseren Ganztagsklassen bieten wir mehr Zeit für individuelle Förderung und mehr Zeit für Kreativität.